Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg
Montag 31. Mai 2010

Das Landesprogramm TEP

 

Teilzeitberufsausbildung-Einstieg begleiten-Perspektiven öffnen

Auszubildende vereinbaren Familie und Beruf – Aufruf an regionale Unternehmen

Das neue Förderprojekt des Landes rechnet sich für Unternehmen! Mit dem Landesprogramm TEP (Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen) können erfahrenen Bildungsträger Ausbildungsplatz suchenden Eltern eine Berufsorientierung und Unterstützung bei der Suche nach einem Teilzeitausbildungsplatz bieten.

Die Förderlinie TEP ist Teil des Handlungsprogramms für Berufsrückkehrende des Arbeitsministeriums NRW „Brücken bauen in den Beruf“ und wird finanziert aus den Europäischen Sozialfonds.

In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis bieten der Verein zur Förderung europäischer Sozialarbeit (VESBE e. V.) und das CJD Bonn 23 Plätze für junge Eltern an, die gerne einen Berufsabschluss erwerben wollen, aber aufgrund von Familienpflichten nur zeitlich eingeschränkt dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen. Mindestens 16 von Ihnen sollen durch die entsprechende Unterstützung durch die Bildungsträger und engagierter Unternehmen, im Spätsommer mit der Berufsausbildung beginnen können. „Ein wichtiges Ziel des Förderprojektes ist es, diese Ausbildungsform und deren Gestaltungsmöglichkeiten sowohl bei den Ausbildungsinteressierten wie auch bei den Firmen überhaupt bekannt zu machen“, so Martina Schönborn-Waldorf Leiterin der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg und zuständig für die Fördermittel von Land und EU. Deshalb konzentriert sich die Förderung auf die Organisations- und Bewerbungshilfen für die Ausbildungssuchenden, die individuelle Ausbildungsplatzsuche und die flankierende Unterstützung der Ausbildungsbetriebe während der ersten Monate der Ausbildung.

Dabei rechnet sich das Angebot auch für die Unternehmen: bei reduzierten Ausbildungskosten sind erfahrungsgemäß die Auszubildenden hoch motiviert und im Unternehmen so präsent, dass die Ausbildung in der Regelzeit absolviert wird. Da es Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung ganz besonders schwer haben sich dauerhaft ins Erwerbsleben zu integrieren, unterstützen auch die ARGEN Bonn und Rhein-Sieg-Kreis das Projekt TEP.

„Wir suchen sehr gezielt nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten in unserem Kundenstamm und sichern für den Übergang in Ausbildung und gegebenenfalls auch darüber hinaus, den Lebensunterhalt“ erläutern Ralf Holtkötter Geschäftsführer der ARGE Rhein-Sieg und Beate Oeffner Teamleiterin der ARGE Bonn, ihr Engagement im Projekt. Die individuelle Betreuung und Vorbereitung auf die Ausbildung ist die Stärke der Bildungsträger im Projekt.

Das CJD greift dabei auf seine sehr guten Erfahrungen im Projekt MODUS zurück, dessen Kapazitäten durch die TEP Förderung erweitert werden können. Auch für VESBE knüpft das Projekt an das bisherige Engagement, insbesondere für die Berufsorientierung von Alleinerziehenden, an. „Die sehr gute Kooperation zwischen den Trägern erleichtert die Arbeit“, sind sich auch Stefan Boeker CJD und Bärbel Krause VESBE einig, denn die Nachfrage bei interessierten Eltern sei deutlich höher als das bisher bestehende Angebot. Teilzeitausbildung heißt eben nicht „morgens Azubi und Nachmittags Mutti“ sondern muss ganz individuell auf die Bedürfnisse der Auszubildenden und der Betriebe hin organisiert werden. Sie muss in die jeweilige Ausbildungsverordnung passen und kompatibel mit Kinderbetreuungsangeboten sein.

Genau diese strukturellen Anfangshürden will das Projekt erleichtern, denn sind diese genommen, dann funktioniert Teilzeitausbildung wie alle anderen auch! Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Besonders Verwaltung und Handel sind hoch interessiert an den Auszubildenden und stellen aktuell das größte Ausbildungsplatzangebot. „Handwerk und gewerbliche Wirtschaft sind leider noch sehr zurückhaltend“, beschreibt Beate Junker von VESBE die Situation. Gerade in diesen Bereichen wird aber das Teilzeitangebot besonders – auch von jungen Vätern – nachgefragt.

Bisher wird TEP für die gesamte Region am Standort Bonn angeboten. „Jemand der drei Stunden zum Projektträger fährt, um am Programm teilzunehmen, der ist wirklich motiviert, flexibel und belastbar“, wirbt Andreas Holtkötter noch einmal ausdrücklich für die jungen Eltern. Mittelfristig ist aber durchaus daran gedacht das Angebot im Rhein-Sieg-Kreis mit entsprechendem Standort zu erweitern.

Die Ausbildungsplatzsuche und der Aufruf zur Projektbeteiligung gelten für alle regionalen Unternehmen. „Die regionale Wirtschaft sollte und kann nicht auf dieses Nachwuchspotenzial verzichten“, bekräftigt auch Schönborn-Waldorf noch einmal den Aufruf an die Unternehmen, denn „wer heute das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf verschläft, hat morgen Probleme überhaupt Personal zu finden!

“ Interessierte Unternehmen und Auszubildende finden alle Informationen unter: www.regionalagentur.net oder direkt bei den Projektpartnern : CJD Bonn Xenia Lehr, Tel.: 0228-9896270 VESBE e.V. Beate Junker, Tel.: 0228-92683393


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