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Ideenlabor der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg am 27. April 2017

Meldung vom

Fair arbeiten in der IT

Faire Arbeit in der digitalen Arbeitswelt – Bonner Ideenlabor sucht nach guten Ideen und regionalen Lösungen

Mit einem Ideenlabor lud die Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg zum Dialog „NRW 4.0 – Gute und faire Arbeit“. Im Zentrum stand die Frage, wie sich faire Arbeit in der IT-Branche gestalten lässt. Es ging darum, Chancen und Risiken, vor allem aber Gestaltungsmöglichkeiten für die Region auszuloten. Das NRW-Arbeitsministerium unterstützt Ideenlabore im Rahmen der ESF-kofinanzierten, regionalisierten Arbeitspolitik.

IT-Standort Bonn - Digitalisierung und Arbeit 4.0 ein zentrales Thema

Kaum ein Arbeitsfeld ist von den Veränderungen durch Digitalisierung stärker betroffen als die IT-Branche selbst. Neue Arbeitsbeziehungen und -formen haben sich entwickelt, Schlagwörter wie Plattformökonomie, Click- und Crowdworking kennzeichnen die Debatte. Die Region Bonn/Rhein-Sieg zählt inzwischen zu einem der großen vier IT-Standorte in Deutschland. Digitalisierung und Arbeit 4.0 sind hier nicht nur ein zentrales Thema, sondern in Teilen bereits Wirklichkeit. Die Regionalagentur nahm das zum Anlass und veranstaltete im Rahmen des Dialogprozesses "NRW 4.0 – Gute und faire Arbeit" des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales NRW ein Ideenlabor. Das Thema: "Faire Arbeit in der IT und wie kann unser Beitrag dazu aussehen?"

Nach dem Motto "Gemeinsam für Lösungen sorgen" waren rund 30 ausgewiesene regionale Expertinnen und Experten der Einladung gefolgt und begaben sich auf die Suche nach guten Ideen und regionalen Gestaltungsmöglichkeiten für das durchaus widersprüchliche Thema.

Landesaktivitäten und Basiswissen – Ideenfindung für die regionalisierte Arbeitspolitik in NRW

Als Vertreterin des NRW-Arbeitsministeriums begrüßte die Gruppenleiterin Ingrid Schleimer die Teilnehmenden und skizzierte die Aktivitäten der Landesregierung. Dabei verwies sie insbesondere auf die NRW Allianz Wirtschaft und Arbeit 4.0, die die Landesregierung zusammen mit Spitzenvertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft gegründet hat. Zugleich betonte sie: „Wir haben hochangesiedelte Gremien, aber wir brauchen auch Kontakt zur Basis, damit wir wissen, was brauchen die Unternehmen, die Betriebe und die Menschen vor Ort.“ In Nordrhein-Westfalen existiert eine lange Tradition der regionalisierten Arbeitspolitik. „Auch die Ideenfindung machen wir regionalisiert, dabei unterstützen uns die Regionalagenturen.“ Die Anregungen und Ergebnisse des Ideenlabors, versicherte die Vertreterin des Arbeitsministeriums, „werden wir in unser politisches Handeln einbinden“.

Nach Martina Schönborn-Waldorf, die als Leiterin der Regionalagentur die Teilnehmenden und das Konzept des Ideenlabors vorstellte, umschrieb die Leiterin der Wirtschaftsförderung, Victoria Appelbe, noch einmal die Bedeutung des Themas für die Region. Im Vordergrund habe der Nutzen für die Menschen zu stehen, betonte sie. Gerade im IT-Sektor, wo der Arbeitsmarkt so spezialisiert und beschleunigt ablaufe, sei es wichtig, Teilhabe und faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen.

Impulsvortrag: Faire Arbeit in der IT – wie kann das gehen?

Der Arbeitsmarktexperte Dr. Alexander Spermann, nach leitenden Tätigkeiten in renommierten Forschungseinrichtungen inzwischen als freiberuflicher Dozent und Autor tätig, zählt nach dem Ranking der FAZ zu den 100 einflussreichsten Öko-nomen in Deutschland. Ihm oblag es beim Bonner Ideenlabor, die Problemlagen und Perspektiven zu umreißen und eine erste Antwort auf die Frage zu geben "Faire Arbeit in der IT – wie kann das gehen?".

Er schilderte zunächst die unterschiedlichen Sichtweisen und Strategien, die sich auf Arbeit 4.0 und digitale Geschäftsmodelle der sogenannten Plattformökonomie oder Sharing Economy beziehen: Auf der einen, der optimistischen Seite die jungen digitalen Nomaden, die an schönen Urlaubsorten der Welt leben und mit Laptop und dank schnellem Internet ihren (digitalen) Geschäften nachgehen. Auf der anderen, der pessimistischen Seite, die Ausbeutung auf dem globalen Clickwork-Markt, wo Clickworker auf Internet-Plattformen ihre Arbeitsleistungen meist zu geringem Lohn und schlechten Arbeitsbedingungen anbieten.

"Es gibt nicht die Lösung schlechthin", betonte Dr. Spermann. Auch die Selbstverwirklichung der digitalen Nomaden habe ihren Preis. Der Arbeitsmarktexperte plädierte in seinem Vortrag für Augenmaß und dafür, "eine angemessene Regulierung zu finden", damit Wachstums- und Beschäftigungschancen in der IT-Industrie erhalten bleiben und Ausbeutung oder Überwachung verhindert werden. „das ist die Herausforderung, vor der wir heute stehen."

In vier Arbeitsgruppen, moderiert von Beratern der Regionalagentur und der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.), ging es anschließend in die vertiefende Diskussion.

Im Interview erläutert Martina Schönborn-Waldorf, Leiterin der Regionalagentur, Ergebnisse und Impulse. Ihr Resümee zum ersten Bonner Ideenlabor: "Wir haben eine gute Ergebnisqualität erreicht, die uns hilft weiterzuarbeiten."

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